Archiv für Juli 2008

04.07.08 – Eignungsprüfung: Rückblick

Juli 16, 2008

Sooooo … ich melde mich mal wieder …

Eine Woche ist nun die Sporteignungsprüfung an der DSHS Köln her und ich habe es leider auf Grund einer mir zugezogenen Verletzung nicht geschafft.

Für alle Interessierten werde ich mal eine kleine (ist doch länger geworden als ich dachte :) ) Review schreiben.

Der „Tag“, es war mitten in der Nacht, fing um 6:15 Uhr an. Nachdem ich mich endlich aus dem Bett aufgerafft hatte, ein wenig gefrühstückt und dann die letzten Sachen wie Essen und Trinken in meine mindesten 15 Kilogramm schwere Tasche gepackt hatte, gings dann auch schon zur Bahn, die mich zur SPOHO befördern sollte.

An meiner Seite war, den ganzen Tag, Dominik, der sich als Studentenfutter-Wegesser, Wasser- und Taschenträger extrem bewährt hat. An dieser Stelle nochmal vielen Dank Dome, super Aktion von dir trotz deiner ganzen Krankheitsgeschichten mich den ganzen Tag begleitet zu haben. (Danke auch an Phil, Katharina und Kathi, die dann etwas später dazukamen).

An der SPOHO angekommen, ging es zunächst zur Anmeldung. Personalausweis vorgezeigt, Daten aufgenommen und irgendwo in der Einganghalle hingesetzt und auf den Startschuss zur Vorbesprechung im Hörsaal gewartet. Nachdem diese dann endlich um 8:15 Uhr zu Ende war und wir in unsere Gruppen eingeteilt wurden, gings auch direkt zur ersten Disziplin: Leichtathletik !

Schnell umgezogen, warm gemacht und los ging es. zwei Männer-, eine Frauengruppe – Meine Gruppe musste mit Kugelstoßen beginnen. Im Training hatte es zwar einige Male geklappt, aber sicher war ich mir bei dem Ganzen nicht. Der Eingewöhnungswurf war auch direkt mal zu kurz, allerdings ist der erste Wurf meistens mies. Zu meiner Überraschung war die Kugel wesentlich griffiger als meine Trainingskugel, was unter anderem dazu führte, dass ich in meinen ersten Versuch die Kugel direkt hinter die rote Linie befördern konnte. Da das ganze Prozedere beim Kugelstoßen ziemlich lange dauerte, hatte ich genügend Zeit mich für den Hochsprung, die nächste Disziplin, einzuspringen. Zwar wusste ich, dass ich die Höhe schaffen müsste, aber durch meine vierjährige Hochsprung-Abstinenz war noch nicht alles gerizzt. Eventuell lag es an dieser langen Pause, eventuell war es auch nur eine Verkettung unglücklicher Zufälle, jedenfalls hatte ich mir bei meinem ersten Einsprungversuch das Knie verdreht (Selbstdiagnose – spätere Diagnose beim Arzt: Stauchung – 2-3 Wochen Belastungspause) und ich konnte fortan nur noch humpeln. Das war sowohl körperlich als auch psychisch erst einmal ein kleiner Schock. Nichtsdestotrotz sollte es mit dem Hochsprung trotzdem klappen. Nach zwei Versuchen war die Höhe allerdings, teilweise bedingt durch die Angst mein Knie könnte sich komplett verabschieden, immernoch nicht bezwungen. Im dritten Versuch hieß es also Konzentration und Zähne zusammen beißen. Und mit gefühlten 1mm Abstand zur Stange hatte ich es dann auch geschafft. Puh ! Ganz knapp dem Defizit entkommen!

Die letzte Leichtathletik-Diziplin war der 100m-Sprint. Mit dem Knie hatte ich da so meine Bedenken. Zwar konnte ich einigermaßen laufen, aber irgendwie konnte ich es nicht zu 100% belasten. Naja, da musste ich nun durch … . Ich war in der letzten Gruppe – eigentlich nicht schlecht, denn so konnte ich mich noch ein wenig einlaufen. Nachdem dann alle vor meiner Gruppe und mir gestatet waren, ging es für mich nun auch endlich los. Auf die Plätze, Fertig, Los … einigermaßen aus dem Startblock rausgekommen ging es mit dem Ziel vor Augen los – Oberkörper gerade, Blick nach vorne , Knie hoch – Im Ziel angekommen dachte ich „Könnte knapp werden“. Die letzten 20 Meter hatten meine Beine irgendwie nicht mehr ganz so viel Power. Als der Prüfer dann das Ergebnis verkündete, war ich ein wenig enttäsucht: „Christian Kresse – 13,5 “ – SHIT … Das erste Defizit. Naja, was solls … mit dem Gedanken, dass mir, wäre ich 0,1 schneller gelaufen, das Defizit erspart geblieben wäre, ging es dann zur nächsten Disziplin: Tischtennis.

Zum Tischtennis gibt es eigentlich nicht viel zu erzählen. Hat super viel Spaß gemacht, war knieschonend und absolut easy. Vorhand, Rückhand, Vor- und Rückhand und Trainingsspiel – Disziplin ohne Defizit beendet.

Weiter ging es nach einer kurzen und ungeplanten Wartepause mit Schwimmen. Schwimmen war für mich noch nie ein Problem und so war ich voller Zuversicht, dass ich diese Disziplin ohne Defizit bestehen würde und weiter im Rennen um einen Platz an der SPOHO sein würde. Und so kam es dann auch: Kopfsprung und Tauchen wurden stilsicher (Beim Kopfsprung reichte der Prüferin sogar bereits der Probesprung) vorgeführt und auch das Vorschwimmen lief, bis auf kleinere Mängel an meiner nicht vohandenen Gleitphase (Wer braucht sowas auch im Wettkampf?) ohne weitere Probleme ab. Beendet wurde Diziplin mit dem Zeitschwimmen. Gefordert waren 1:40min – Eine Zeit, die ich im Training auf 25m Bahnen immer unterbieten konnte und auch auf den 50m Bahnen war ich zuversichtlich. Am Ende war meine Zeit 1:20min und ich war zufrieden. Auch wenn ich nach 75m dachte ich würde jeden Moment absaufen (So 50m Bahnen haben es doch in sich). Hiernach war eigentlich die reguläre Pause geplant. Diese musste allerdings durch die Zeitverschiebung zuvor ausfallen. Aber da man als Prüfling nunmal nichts zu sagen hat, mussten sich alle der höheren Macht beugen und gingen zu ihrer nächsten Disziplin: Volleyball.

Volleyball – Im Schulsport tausendfach betrieben, immer Spaß gehabt, aber nie trainiert. Ich war dementsprechend gespannt, wie ich mich schlagen würde und was auf mich zukommen würde. Nach einer fünfminütgen Einspielphase bat der Prüfer dann die ersten sechs Freiwilligen in das Trainingsspielfeld zu treten und ein Spiel zu zeigen, dass zum Ziel hatte den Ball möglichst lange im Spiel zu halten. Sollte heissen: Keine Schmetterbälle, keine Blocks – Gesagt, getan. Meine fünf Mitstreiter und ich spielten also konzentriert vor uns hin. Wirklich gefordert wurde man dabei nicht, außer immer in Bewegung zu bleiben und die drei erlaubten Ballkontakte wenn möglich voll auszunutzen. Nach fünf Minuten war dann für unsere Gruppe auch schon Schluss. Mit dem Gedanken im Kopf die erste von mehreren Übungen abgeschlossen zu haben, gingen wir dann zum Prüfer, der uns, zu unserer allgemeinen Überraschung, mitteilte, dass wir sechs alle bestanden hätten und uns nun für die letzte Disziplin vor dem 3000m-Lauf, dem Turnen, ausruhen sollten.

Wir taten wie uns geraten wurde und so verbrachte ich mit meinen Freunden eine gute halbe Stunde Zeit in der kleinen SPOHO-Mensa und führte meinem Magen ein wenig Essen hinzu, bevor es dann in die kleine Turnhalle ging. Dort, wo sich dann ein kleines Nervendrama abspielen sollte. Überraschenderweise hatten wir keine Aufwärmphase, was der ein oder andere sicher hätte gebrauchen können. Noch dicker kam es, als mein Name dann zu aller erst aufgerufen wurde. Mit dem Gedanken, dass jedes weitere Defizit das Ende bedeuten würde und dass mein Rad alles andere als 100% sicher war, trat ich also vor. Vorwärstrolle in den Strecksprung mit 180 Grad Drehung – kein Problem – Die Rückwärtsrolle … Ansatz war da, aber die Kraft fehlte auf einmal … verkackt. Keine Zeit verlieren, direkt neu ansetzen (später habe ich dann erfahren, dass das mein zweiter Versuch war – während der Prüfung war mir das gar nicht so bewusst ^^) und diesmal war die Rückwärtsrolle durch den Hockstütz geschafft. Gefolgt von einem Handstand und dem Rad, was anscheinend ausreichend war, beendte ich die Kür erfolgreich und war dem 3000m-Lauf einen kleinen Schrittnäher gekommen. Nach der Bodenkür war der Sprung über den Bock dran, welcher allerdings kein Problem darstellte. Und dann kam das Reck … ich war bis dato insgesamt dreimal in meinem Leben auf einem Reck (die dreimal hatte alles ohne Probleme geklappt). Dann kam jedoch die Prüfungssituation … Im ersten Versuch konnte ich den Aufschwung wie gefordert über die Bühne bringen, aber beim Umschwung scheiterte es dann woran auch immer – eventuell die ersten Spuren des Tages an meinem Körper. Jedenfalls musste ich ein zweites, womöglich letztes mal an diesem Tage ran. Aufschwung ok, Umschwung … Schwung geholt, gemerkt dass es wieder nix werden wird, nochmal abgefangen … nochmal durchatmen … neuen Schwung holen … geschafft, ich war rum. Der Abgang verlief dann auch erwartungsgemäß und ich war fast am Ziel. „Nur noch die Klimmzüge“ dachte ich, „dann quälst du dich noch über die 3000m und dann hast du es geschafft“. Die Klimmzüge waren dann auch nur noch Formsache.

3000m … meine schlechteste Disziplin. Aber ich wusste, dass ich es, nachdem ich es bisher hierher geschafft hatte, schaffen würde. Es sei denn mein Körper würde mich daran hindern. Und leider leider leider kam es dann auch so: In der vierten Runde, immernoch in der Zeit, versagte mein Knie auf ganzer Linie, nichts ging mehr … Absolute Muskelblockade und ein stechender Schmerz in der Kurve nach der Ziellinie machten dem diesjährigen Ziel, ein Sportstudent zu werden, einen Strich durch die Rechnung. Frustriert, traurig und sauer zugleich setzte ich mich auf die Wiese neben der Laufbahn und musste mich damit abfinden, dass es dieses Jahr nichts mit einem Sportstudium werden würde.

Nun gut … eine Woche danach, mit der Gewissheit dass mich mein knie nur noch knappe 2 Wochen am Sport hindern wird, sehe ich das Ganze wieder etwas nüchterner. Klar, doof gelaufen und so weiter. Aber ich hab gesehen, dass es machbar ist und somit werde ich im Februar nächsten Jahres wieder an den Start gehen. Bis dahin werdet ihr sicher von mir hören – Ein weiterer Blog zur Eignungsprüfung, diesmal dann für 2009, ist in Überlegung , ein paar neue Ideen habe ich auch schon.

Greetz
Christian

PS: Glückwunsch an alle die es geschafft haben. An alle die es nicht geschafft haben: Kopf hoch, trainieren, wir sehen uns spätestens im Februar hinter der Ziellinie !